Sie sind nicht angemeldet.

Literatina bei facebook

Anzeige

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Bücherforum Literatina.de. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

sabisteb

Sortierfreak

  • »sabisteb« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 22 740

Beruf: EX-Wissenschaftler und Projekt Administrator

Danksagungen: 10303

  • Nachricht senden

1

Sonntag, 8. Januar 2017, 20:26

Charles Dickens - Dickensian


Man stelle sich vor, die Charaktere aus Dickens berühmtesten Romanen hätten alle in einer Straße gewohnt und hätten sich gegenseitig alle gekannt, bevor sie ihren großen Auftritt in Dickens Romanen gehabt hätten. Amelia Havisham als Freundin von Honoria Barbary z. Bsp. die ihre anstehenden Hochzeiten diskutieren.
In dieser Geschichte wird ihre Vorgeschichte erzählt, was passierte, bevor ihr Leben zu einem Roman wurde.
1. Wer tötete Ebenezer Scrooges Geschäftspartner Jacob Marley? (A Christmas Carol)
2. Warum wurde Amelia Havisham am Tag ihrer Hochzeit versetzt? (Great Expectations)
3. Wie kam es, dass Bill Sikes und Nancy zusammengezogen sind? (Oliver Twist)
4. Wie kam Honoria Barbary (Lady Dedlock) zu einer unehelichen Tochter und was ging damals schief? (Bleak House)
5. Wie wurde Bumble Chef des Arbeitshauses in Oliver Twist?
Das Konzept erinnert an mashups der Grimm’schen Märchen oder berühmter Shakespeare Figuren in „Kill Shakespeare“. Da in dieser Serie aber auf Vorgeschichten zurückgegriffen wird, die Großteils bereits aus den Büchern bekannt sind, kommt keine Spannung auf, schlimmer noch, es gibt so gut wie keine Happy Ends, denn man weiß ja schon aus den Romanen, was und warum etwas schiefgelaufen ist, hier bekommt man es nur noch einmal ausführlich erzählt und sieht, wie sich die Katastrophe unaufhaltsam entfaltet.
Dennoch sind einige Dinge wirklich gut gelungen. Anton Lesser als Fagin ist fies aber liebenswürdig und eher einer der guten Charaktere, der sich Sorgen um seine Kinder macht. Der Mörder Jacob Marleys ist eine Überraschung genau wie das Motiv und somit leider auch eher ein Zufallsfund und keine wirklich saubere Untersuchung. Die Kulissen und die Kostüme sind gelungen und wie man es von BBC Produktionen gewohnt ist. Teilweise stimmt aber die Zeitachse nicht. Honoria Barbary soll ihre Tochter im August bekommen, es wird eine Frühgeburt und … es ist immer noch Winter einige Wochen nach Weihnachten und das Kind überlebt?! Ähm…Da werden Wochen mit Monaten durcheinandergebracht oder Juni/Juli/August ist in England kein Hochsommer.
Oliver kann auch nicht bei Bumble gewesen sein, BEVOR er das Arbeitshaus übernommen hat, auch hier ist was schiefgelaufen.
Wenn man die Bücher kennt, ist die Serie unterhaltsam aber vollkommen vorhersehbar. Kennt man die Bücher nicht, ist man mit sehr, sehr vielen Figuren konfrontiert, viel zu vielen Figuren.
Kein Wunder, dass diese Serie nicht in die zweite Staffel ging. Sehr gute Schauspieler, sehr gute Kulissen, schöne Atmosphäre, machen noch lange keine gute, unterhaltsame, spannende Serie, vor allem, weil die Zielgruppe enttäuscht wird. Wer schaut diese Art Serien? Frauen! Die wollen zumindest ein paar Happy Ends und nicht nur einen Haufen unglücklicher Frauen, deren Leben letzendlich noch elender werden wird.
Ein nettes Experiment, das nicht ganz funktioniert hat.
:s4:
Sicherheitshinweis: Bei diesem User besteht die Möglichkeit auf Gebrauch von Sarkasmus und Zynismus, in einer Art und Weise, die ungewohnt erscheinen mag. Das Lesen solcher Posts verursacht womöglich mentale Schäden.

Es hat sich bereits 1 Gast bedankt.